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Was macht eigentlich ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Ihr Pflegeheim oder ambulanter Pflegedienst eigentlich ein attraktiver Arbeitgeber ist? Beziehungsweise, was einen Arbeitgeber eigentlich attraktiv macht? Hier ist die Antwort!

Das Zentrum für Arbeitgeberattraktivität hat in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen in einer Studie untersucht, wie aktuelle Mitarbeiter ihre konkreten Arbeitsbedingungen wahrnehmen und bewerten. Daraus wurden die konkreten Faktoren abgeleitet, die ein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen – oder eben nicht.

 

Was bedeutet nochmal Arbeitgeberattraktivität?

Ob ein Arbeitgeber als attraktiv wahrgenommen wird oder nicht, zeigt sich in den Gedanken, Gefühlen seiner Arbeitnehmer gegenüber dem Unternehmen und in ihrem Verhalten als Mitarbeiter dieses Unternehmens. Achtung: Hiermit ist nicht das Image des Unternehmens gemeint, das Bild das Außenstehende vom Unternehmen haben. Es geht ausschließlich um die Wahrnehmung der aktuell tatsächlich Beschäftigten. Konkret: Sind die Mitarbeiter glücklich und zufrieden, ist der Arbeitgeber ein attraktiver Arbeitgeber.

 

Was macht Arbeitnehmer zu zufriedenen, begeisterten Mitarbeitern – und damit den Arbeitgeber attraktiv?

  1. Eine Kultur, in der Arbeitnehmer selbst Prozesse, Abläufe, Produkte mitgestalten können und sollen, sie dazu ermutigt werden, sich einzubringen und Vorschläge zu machen, die dann auch umgesetzt werden, trägt am meisten zu einem Klima der Zufriedenheit bei. Die Autoren der Studie nennen eine solche Unternehmenskultur „Internes Unternehmertum“. Die Mitarbeiter werden selbst als Unternehmer gesehen, die Verantwortung für das Unternehmen übernehmen. Dies macht sie engagiert, stolz und zufrieden. Der Arbeitgeber ist attraktiv.
  2. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die ausgeglichene Work-Life-Balance, ist der zweitwichtigste Punkt, der einen Arbeitgeber attraktiv macht.
  3. Ein vertrauensvolles Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten zu haben, ist der ein weiterer wichtiger Faktor. Man kann mit Kollegen und mit Vorgesetzten über alle positiven wie negativen Themen reden, braucht keine Angst zu haben, auch Fehler einzugestehen, alle Ängste und Sorgen können besprochen werden, Erfolge und Freude wird geteilt und gemeinsam erlebt.
  4. Im Unternehmen herrscht produktive Energie: Die Mitarbeiter sind begeistert und aufmerksam und auch zu großer Anstrengung bereit, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.
  5. Außerdem wird angenehme Energie empfunden: Die Mitarbeiter fühlen sich wohl und sind zufrieden, so wie es ist.

 

Was macht im Gegensatz dazu Arbeitnehmer unzufrieden – und damit den Arbeitgeber unattraktiv?

  1. Die Beschleunigungsfalle heißt hier das große Schlagwort und ist der Faktor, der Attraktivität des Arbeitgebers am meisten negativ beeinflusst. Gemeint ist nichts anderes als Überlastung, Überbelastung der Mitarbeiter. Sei es, dass zu viele Aufgaben in zu kurzer Zeit von zu wenigen Personen erledigt werden müssen, sei es dass die vielen Aufgaben des Mitarbeiters sich nicht klar in wichtiger und weniger wichtig einteilen lassen. Im schlechtesten Fall sind diese Arten der Überlastung ein Dauerzustand.
  2. Starke Zentralisierung oder starre Hierarchien im Unternehmen sorgen an zweiter Stelle für mangelhafte Attraktivität eines Arbeitgebers. Im Grund ist dies nichts anderes als das Gegenteil des „internen Unternehmertums“, das maßgeblich die Attraktivität eines Arbeitgebers ausmacht.
  3. Von korrosiver Energie wird gesprochen, wenn viel (unnötige) Energie in interne Machtkämpfe, politisches Verhalten im Unternehmen fließt. Dies ist charakteristisch für wenig attraktive Unternehmen, ebenso wie resignative Trägheit.
  4. resignative Trägheit: Der Mitarbeiter ist frustriert, macht Dienst nach Vorschrift, ist nicht sonderlich engagiert und auch nicht sonderlich zufrieden, unternimmt aber auch nichts (mehr) gegen seine Unzufriedenheit.
  5. Altersdiskriminierung: Sowohl sehr alte als auch sehr junge Mitarbeiter werden nicht (mehr) als vollwertige Mitarbeiter angesehen und behandelt.

Wie fühlen sich Mitarbeiter eines attraktiven Arbeitgebers?

Mitarbeiter attraktiver Unternehmen sind stolz auf das Unternehmen und stolz darauf, Teil des Unternehmens zu sein. Sie identifizieren sich mit dem Unternehmen und empfinden positive Worte über das Unternehmen wie ein persönliches Kompliment. Man könnte sie als Fan ihres Arbeitgebers bezeichnen.

Typisches Verhalten eines zufriedenen Mitarbeiters – zum Wohle seines Arbeitgebers

Mitarbeiter eines attraktiven Arbeitgebers denken so gut wie nie über eine Kündigung bzw. einen Wechsel in ein anderes Unternehmen nach – attraktive Arbeitgeber erleben weniger Fluktuation.

Sie sind weniger krank und zeigen selten Fehlverhalten wie Diebstahl oder Vortäuschen von Krankheit. Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist eher gut und sie sind weniger bis gar nicht emotional erschöpft.

Im Gegenteil: Zufriedene Arbeitnehmer verhalten sich loyal und kundenorientiert, machen ihre Arbeit mit Begeisterung, denken mit und erarbeiten aktiv Innovationen. Sie zeigen einen höheren Einsatz und sind gerne bereit, Aufgaben zu übernehmen, zu denen sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Sie berichten positiv im Bekanntenkreis über das Unternehmen und seine Produkte und werden so zu Botschaftern des Unternehmens. Sie werben damit Kunden oder auch neue Mitarbeiter an.

Es zeigt sich, dass es sich für ein Unternehmen in jeder Weise auszahlt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein – oder zu werden.

 

Quelle: Prof. Dr. Heike Bruch, Josef A. Fischer, Jessica Färber. Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen und Zentrum für Arbeitgeberattraktivität (Hrsg.): top job-Trendstudie 2015: Arbeitgeberattraktivität von innen betrachtet –  eine Geschlechter- und Generationenfrage.

Befragt wurden im Zeitraum Mai bis November 2014 insgesamt 16.274 Führungskräfte und Mitarbeitenden aus 96 Unternehmen in Deutschland, Männer und Frauen zu etwa gleichen Teilen. Folgenden Branchen gehörten die teilnehmenden Unternehmen an: Dienstleistungsbereich: 44 %,  produzierendes Gewerbe: 14 %, Handel: 29 %, Finanzen, Versicherungen und Immobilien:12 %.

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