Pia’s Blog

Alle Handlungen zahlen auf die Marke ein

Was ist eigentlich Employer Branding für Pflegeunternehmen?

Employer Branding ist ein wichtiges Schlagwort, wenn Pflegeunternehmen nach einem Weg aus der Pflegekräfte-Not suchen.

Doch: Was genau ist eigentlich Employer Branding?

Employer Branding, zu deutsch: die Arbeitgebermarke, stellt das Unternehmen als eine Persönlichkeit dar mit dem Ziel, das Unternehmen unverwechselbar zu machen, eben wie eine Persönlichkeit, mit bestimmten Eigenschaften, einem bestimmten Aussehen, bestimmten Wertvorstellungen und einem bestimmten Verhalten. Bewerber und künftige Mitarbeiter sollen das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber wahrnehmen. Mitarbeiter sollen sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich dem Unternehmen maximal verbunden fühlen.

In der Praxis wird der Begriff „Marke“ häufig mit dem Begriff  „Image“ verwechselt. Deshalb zunächst eine Unterscheidung der beiden Begriffe:

Ein Image entsteht im Laufe der Zeit und gibt die Meinung wieder, die sich die Öffentlichkeit über das Unternehmen gebildet hat. Entweder haben Menschen eigene Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht oder kennen das Unternehmen aus Berichterstattung von Zeitungen, Fernsehen oder sozialen Medien wie Facebook. Ein Zeitungsbericht über das Sponsern des neuen Spielplatzes für den örtlichen Kindergarten wird einem Unternehmen das Image, sozial und kinderfreundlich zu sein, einbringen. Wird in der ganzen Stadt über den unmenschlichen Umgang eines Vorgesetzten mit seinen Angestellten gesprochen, wird dies dem Unternehmen ein negatives Image einbringen. Ob dies tatsächlich so stimmt und im Unternehmen tatsächlich so passiert ist, ist hier nicht wichtig. Es wird darüber geredet, das negative Bild (= engl. Image!!) des unmenschlichen Unternehmens entsteht in den Köpfen der Menschen.

Eine Marke (engl. Brand) hingegen wird gezielt und planvoll vom Unternehmen selbst aufgebaut.

Im Ergebnis ist die Marke das gute Gefühl, das bei Kunden, Mitarbeitern, Bewerbern entsteht, wenn sie an das Unternehmen denken. Marke ist das Bauchgefühl. Das, was über die rationalen Aspekte einer Entscheidung hinausgeht. Ich kaufe Schokolade von Milka, weil sie eben die zarteste Versuchung ist, seit es Schokolade gibt, und nicht weil ich sie objektiv unter allen Schokoladen der Welt als die beste identifiziert habe. Die Marke beeinflusst das Image im Sinne des Unternehmens.

Was bedeutet das für das Employer Branding, die Arbeitgebermarke? Heben Sie alle Stärken und alles, was das Unternehmen für ihre Mitarbeiter besonders macht, hervor! Zeigen Sie, was das Unternehmen ausmacht und was Ihre Mitarbeiter besonders schätzen. Das könnte in der Altenpflege zum Beispiel sein, dass Pflegende genügend Zeit für die Pflegebedürftigen zur Verfügung haben. Ihre Mitarbeiter sind glücklich, weil sie Zeit für das haben, weshalb sie den Beruf des Altenpflegers ergriffen haben: Für pflegebedürftige alte Menschen da zu sein. Auch Vorgesetzte haben Zeit für Gespräche mit den Mitarbeitern. Ehrenamtliche schenken den Pflegebedürftigen wertvolle Zeit bei gemeinsamen Aktivitäten. Jeder zeigt dem anderen seine Wertschätzung, indem er ihm Zeit schenkt, ohne Hektik und Stress zu zeigen. Das Zeit-füreinander-haben, wird von allen gelebt und als positiv empfunden. Alle Aktivitäten des Zeit-Schenkens sind die Puzzleteile, die Ihre Marke ausmachen! Die Marke des Unternehmens, in dem alle Zeit füreinander haben!

Die Arbeitgebermarke sorgt dafür, das der Bewerber sich intuitiv gut aufgehoben fühlt.  Sie erfüllt alle Erwartungen an einen guten Arbeitgeber. Sie ist die emotionale Bindung, die das Unternehmen zu seinen Bewerbern aufbaut. Sie ist der Grund, sich nach Abwägung aller Fakten für ein Unternehmen zu entscheiden – und dabei müssen nicht einmal alle Fakten für das Unternehmen sprechen.

Zum Abschluss eine wunderbare Zusammenfassung zur Marke in der Altenpflege des Marketingexperten „Brandredner“ Frank Hüttenmann:

„Eine Marke in der Altenpflege baut sich durch unser tägliches Schaffen auf. Die Art und Weise, wie wir unsere Arbeit erledigen; die Art und Weise, wie wir uns am Telefon melden; die Art und Weise, wie wir Patienten oder Angehörige behandeln; die Art und Weise, wie wir nach Feierabend über die Erlebnisse unseres Arbeitstages sprechen: All das sind bereits markenbildende Maßnahmen, die sich als assoziative Kräfte, als emotionale Erinnerung, als Befriedigung der Grundbedürfnisse nach Sicherheit, Freundlichkeit, Liebe fest und unbeirrbar im Bewusstsein unserer Interaktionspartner verankern. Marke in der Altenpflege. Wir sind die Botschafter der Marke, denn unser Handeln ist der maßgebliche Treiber in der Markenbildung.“

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